Altägyptische Hieroglyphen schön verpackt ;-)

Hieroschuber4Zum Geburtstag wünschte sich meine Freundin das Wörterbuch Altägyptisch – Deutsch von Hannig. Da musste natürlich eine passende Verpackung her. Ich wollte eine bleibende Verpackung schaffen, ein Buchschuber (nennt Ihr das auch so??) musste also her. Gut das wir zuhause noch dicken Karton hatten, den schnitt und falzte ich zum Schuber.

Hieroschuber3Mein Mann hat so ein tolles schwarzes Stoffklebeband in seiner Werkbank, das habe ich mir dann gleich mal “ausgeliehen” um alles sauber zu verkleben. Als ich es wieder zurück bringen wollte, hat er mich erwischt und gemeint: Aha mein BESTES Klebeband! Da konnte ich ihm nur zustimmen, es ist wirklich perfekt geeignet um Bucheinbände usw. zu machen. Als das Rohgerüst fertig war, begann die eigentliche Arbeit.

Hieroschuber1Ich bestempelte ein Kandiszuckerpapier in Espresso mit dem alten Stampin’ Up! Stempelset “On the Nile”, welches ich aus Amerika habe. Dann als alles bestempelt war, zerknüllte ich alle Seiten, entfaltete sie wieder und strich sie glatt. Nun mit Schwämmchen in den Farben Kandiszucker, Espresso, Currygelb und Olivgrün bearbeitet und mti dem Stempelset “Gorgeous Grunge” Flecken darauf gestempelt. In die Kartusche kam übrigens der Name des Geburtstagskind in Hieroglyphen. Für alle Altägyptisch-Kundigen ist es bestimmt kein Problem, den Namen zu lesen. Alle andernen können hier Buchstaben tüfteln.

Hieroschuber2Damit der Einband auch bei leichter Feuchtigkeit nicht verwischen kann, habe ich ihn mit Frischhaltefolie fixiert. Diese wird einfach auf das Papier gelegt, Backpapier darauf legen und heiß bügeln, durch die Hitze verbindet sich die Folie mit dem Papier. Nun nur noch alle Auflagen auf den Schuber kleben, fertig 😉

Hierokarte3Dann musste natürlich noch eine Geburtstagskarte her, die wurde genauso angefertigt, nur nicht mit Folie geschützt, denn eine Karte muss ja nicht soviel aushalten wie ein Buchschuber.

Hierokarte2Die Stempelabdrücke habe ich an einigen Stellen noch etwas mit dem Mischstift und mit den Markern coloriert. Das Geburtstagskind hat sich sehr darüber gefreut, dann ist es die ganze Mühe wert ;-).

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Eine Pyramide für eine liebe Dozentin

Hiero4Am Tag der Deutschen Einheit war ich auf einem Treffen Ältägyptischer Hieroglyphenleser aus Bayern. Die Dozentin nennt es passend zum Feiertag: Vereinigung von Unter- und Oberägypten 😉 Da kuckt Ihr jetzt wohl etwas verdutzt. Das habe ich bis jetzt nie erwähnt, dass ich Hieroglyphen lesen kann. Zwar nicht perfekt, aber immerhin doch so einiges. Natürlich kann ich das nicht wie eine Zeitung runterlesen. Dafür fehlt mir die Übung und die Zeit – manch einer kann sowas ja. Also ich muss mich halt hinsetzen und mit Hilfe des Wörterbuches dann anfangen zu übersetzen. Und das kann dauern 😉

Hiero3Wie es zu diesem ungewöhnlichem Hobby kam? Tja das war im Jahr 2000, als ich mit meinem Mann unsere erste Ägyptenreise machten. Da hatten wir einen sehr netten Ägyptischen Reiseleiter, der immer mal was vorgelesen hat und so meinte: Hieroglyphen lesen ist ganz einfach, dass kann man in Deutschland sogar an der Volkshochschule (VHS) lernen. Na gut, wenn es so einfach ist, machen wir es doch. Wir hatten Glück, denn im Herbst 2000 startete ein Anfängerkurs an unsere hiesigen VHS. Schon nach ein paar Stunden merkten wir, das es doch nicht so einfach ist. Aber wir waren in einem sehr netten, unterhaltsamen Kurs, mit ganz lieben Leuten, also blieben wir einige Semester weiterhin. So vergingen die Jahre, wir heirateten und lasen immer noch Hieroglpyhen. Als ich dann mit dem ersten Kind schwanger war, hörten wir kurz vor der Geburt beide auf.

Hiero5Ja und nun sind 7 Jahre vergangen, in denen wir Hieroglyphen fast nie mehr angekuckt haben. Nicht weil wir es nicht wollten, es fehlt mit zwei kleinen Kindern einfach schlichtweg die Zeit. Mittlerweile liest auch meine beste Freundin schon seit einem Jahr Hieroglpyhen bei der gleichen Dozentin. Und sie erinnerte uns daran, dass doch immer am 3. Oktober das Treffen von ganz Bayern stattfindet. Ach komm, da gehen wir mit. Aber wir wollten unserer ganz netten und lieben Dozentin auch etwas mitbringen, daher bastelte ich eine Verpackung für Pyramidenförmige Schokolade (man kann es auch dreieckig nennen ;-)). Das Stempelset ist übrigens von Stampin’ Up!, heißt “On the Nile” und das bekam ich von meinen Bastelmädels geschenkt.

Hiero5Ja und dann ging es Freitag Morgen um halb Neun mit dem Zug nach München. Stehend, zusammengepfercht wie Sardinen in der Dose. 80 % aller Personen im Zug waren in Tracht, 40 % hatten eine Flasche/Dose Bier in der Hand – HALLO ES IST ERST HALB NEUN!!. Da könnt Ihr Euch denken, wo die hin wollten – Oktoberfest. Genau. Ja so kurz vor München wurde dann noch getanzt und gehüpft. Wäre ja alles ganz witzig gewesen, wenn wir nicht so eng eingepfercht gewesen wären und dadurch so warm war. Endlich kamen wir an und im Bahnhof ging es so ähnlich zu. Da die Maß Bier auf dem Oktoberfest so teuer ist, trinken alle vorher und nachher ihr eigenes Bier, das zum Teil in ganzen Kästen durch die Gegend geschleift wurde. WAHNSINN.

Hiero6Jetzt aber zu unserer Vereinigung aller Hieroglpyhenleser aus Bayern, es war ein sehr schönes Treffen und wir waren echt erstaunt, dass uns das alles doch noch so einfach gefallen ist. Wir haben damit gerechnet, nix mehr zu wissen. Aber es war immer noch ganz logisch in inseren Köpfen verankert. Es gab einen Text über die Aufzeichnung der Ägypter. die zum Abbau von Grauwacke ins Wadi Hammemet kamen. Es waren über 17000 Arbeiter, die dort 30 Tage lang Steine für Statuen und anderes abtrugen. Sehr interessant. Wir trafen nette Gleichgesinnte, und hatten einen schönen Tag. Auch die Heimreise war nicht mehr so beengt. Zwar standen wir wieder eine 3/4 Stunde lang, aber ganz locker in der Zugmitte, und singen tat auch keiner mehr, die Heimreisenden lagen irgendwie total müde in den Sitzen – diejenigen, die Sitze bekamen 😉

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